Wie geht das....

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Fragen & Antworten

Region und Bevölkerung

Die Bevölkerung von Lumnezia hat am 24. November 2019 die erste Möglichkeit abzustimmen, was sie von einem Windpark auf Ihrem Gebiet hält. Diese Information ist die Grundlage für die weitere Entwicklung des Windparks, welche noch einmal rund 2 Mio. bis zur nächsten Abstimmung verschlingen wird. 

Die echte Abstimmung erfolgt rund zwei Jahre später, nämlich dann, wenn die Umweltverträglichkeitsprüfung bestanden ist und es um die Erteilung der Baubewilligung geht. Insofern ist die Abstimmung vom 24. November 2019 nur eine Trocken-Übung. Nicht so aber für den Projektanten, der seine weiteren Aktivitäten und Kapitaleinsatz auf eine Kontinuität der Bevölkerung zu Ihrem Entscheid baut.  

Nach einem JA am 24. November werden verschiedene Dinge in Angriff genommen:

  • Baurechtsverträge zwischen den Gemeinden und der Parc da vent (Abstimmung in den Gemeinden)
  • Anpassung des regionalen Richtplans (öffentliche Auflage)
  • Teilrevision der Nutzungsplanung (Abstimmung in den Gemeinden)
  • Baubewilligung (öffentliche Auflage)
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Was haben die Bevölkerung und die Gemeinden von einem solchen Projekt?

Die Gemeinden profitieren vom Baurechtszins und können damit vielleicht die Skiegebietserweiterung realisieren, was wiederum den Winter-Tourismus fördert.

Der Firmenstandort ist in Lumnezia, was der Gemeinde Steuererträge einbringt. Bestimmt bleibt die Betreiberin des Windparks auch Sponsorin verschiedenster Anlässe in Lumnezia wie schon z.B. BMX etc. 

Die Bevölkerung wird im Sommer von einem Energie-Tourismus profitieren, handelt es sich doch bei diesem Windpark um ein Leuchtturm-Projekt.

Die örtlichen Unternehmen werden nicht nur die Infrastruktur-Aufträge ausführen, sondern auch bei der Montage der Türme und der WEA benötigt.

Nicht zuletzt muss der Windpark gewartet werden, was Arbeitsplätze schaffen wird.

 

Strom und Technik

Wie viel Strom wird produziert?

Es wird mit einer Produktion von bis 75 GWh netto pro Jahr gerechnet.  Diese Stromproduktion entspricht dem Verbrauch von ca. 20’000 durchschnittlichen Schweizer Haushalten.

Wie werden die Windenergieanlagen an das nationale Hochspannungsnetz angeschlossen (oberirdisch, unterirdisch)?

Die interne Parkverkabelung sowie die Abführung der Energie an die geplanten Einspeisepunkte ins Netz in Tvanasa erfolgen unterirdisch. Die Einspeisung ins Strom-Netz Lumbrein ist aus unterschiedlicher Netzebene nicht vorgesehen. 

 

Umwelt und Landwirtschaft

Wird der Bau der Windenergieanlagen irreparable Schäden verursachen?

Jedes Tier selbst und auch der Mensch greifen schon durch ihr Leben ständig in die Natur ein. Wir alle leben in Symbiose.  Auch dieser Eingriff zur Stromerzeugung ist vom Menschen für den Menschen und nicht für die Natur. Wie auch beim Skiliftbau sollen aber nur die zwingend notwendigen Eingriffe in die Natur zugelassen werden. Als die Stromverteilung vor Jahren noch vorangetrieben werden musste, war man mit einer oberirdischen Leitung schneller und billiger und diese wurde vom Volk erlaubt. Heute wo jedermann über einen Stromanschluss verfügt, will man keine oberirdischen Kabel mehr. Auch die Windkraft steht am anfang in der Schweiz und hat mit einer ähnlichen Thematik zu kämpfen. Niemand braucht heute Windräder, wir könnten alles beim alten belassen und müssten trotzdem auf nichts verzichten. Doch konservative zu sein beduetet heute nicht mehr nichts mehr zu tun. Um behalten zu können was wir uns erarbeitet haben müssen wir aktiv verändern, wie zum Beispiel auf LED- Lampenkörper umzusteigen, welche exakt dieseleb prolematik aufwies wie der Otto-Motor; vielmehr Energieverbrauch für Wärme als Licht. 

Eine Windenergieanlage hat eine Lebensdauer von 20 - 30 Jahren. Je nach Bedarf kann ein Repowering (Ersatz durch eine neue bessere WEA) stattfinden. Gibt es eines Tages keinen Bedarf mehr für diese Energieform, wird die Anlage abgebaut und rezykliert. 90% davon sind bereits heute wiederverwendbar. Die vier Betonsockel pro Turm werden rückgebaut. Somit bleibt noch die Perimeterstrasse, welche weiter für die Alpen genutzt werden könnte.

 

Werden schützenswerte Gebiete tangiert?

Bei der Planung der Zuwegung zum Windpark und für deren Fläche wird darauf geachtet, dass möglichst keine geschützten Gebiete tangiert werden. Dort wo dies unumgänglich ist, wird ausserordentlich schonend vorgegangen und im Rahmen der UVP abgehandelt.

 

Können die Alpweiden von den Tieren weiterhin genutzt werden?

Eine gleichzeitige Nutzung des Gebietes durch Windenergieanlagen und Landwirtschaft ist weiterhin möglich, wie dies bestehende Windenrgieanlagen in der Schweiz, Östereich und Deutschland beweisen. Während der Bauphase im Sommer wird es zu Einschränkungen kommen. 

Es wurden bereits Gespräche mit betroffenen Lumneziern wie Alpbesitzern, Bewirtschaftern und dem Amt für Landwirtschaft Graubünden geführt. Im Rahmen der UVP wird dieser Bereich vertieft behandelt und nach Lösungen gesucht.

 

Zusammenfassend nochmals die Argumenten für einen Parc da vent: Eine einmalige Chance für die Val Lumnezia !

 

Was haben die Lugnezer Bevölkerung und die involvierten Gemeinden von einem Windpark?

Über 20 Jahre ab Inbetriebnahme des Windparks sind folgende Vergütungen vorgesehen:

Die Territorialgemeinde Lumnezia erhält pro produzierte kWh 1 Rp. ausbezahlt, dies entspricht bei prognostizierter Energieproduktion von 75 GWh einem Betrag von 750'000 CHF pro Jahr bzw. 15 Mio. CHF über 20 Jahre. Für die Durchleitungsrechte auf dem Gemeindeboden Obersaxen gibt es ebenfalls eine Vergütung.


Jeder Einwohner (jeglichen Alters) von Lumnezia oder Obersaxen Mundaun erhält eine Gutschrift von 50 CHF pro Jahr an die Stromrechnung. Die genaue Form einer praktikablen Umsetzung ist noch nicht definiert.


An Vereine für Sport, Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt (z.B. Sportvereine, Musikverein, Chöre, Unterstützung für Spitex-bedürftige Personen, Fundaziun da cultura Lumnezia, Schützenverein, Frauenverein) gehen 200‘000 CHF pro Jahr. Zur Förderung von Projekten für die erneuerbare Stromproduktion werden weitere 100'000 CHF pro Jahr in den beiden Gemeindegebieten eingesetzt. Der Beitrag von insgesamt 300'000 CHF pro Jahr wird von einem Gremium mit lokalen Personen verwaltet.


Die Bergbahnen Obersaxen Mundaun erhalten 50'000 CHF pro Jahr um die Mehrkosten für ökologischen Strom zu finanzieren. Dies reicht aus, um aktuell die Mehrkosten von rund 1 Mio. kWh zu decken.

Während der Errichtungsphase profitiert das lokale Gewerbe von vielfältigen Aufträgen im Bau- und Elektrobereich im Umfang von ca. 30 Mio. CHF. Zudem werden die Gittermasttürme erstmals in der Schweiz, z.B. von der Jörimann Stahl AG in Bonaduz, hergestellt. Steht der Windpark, generiert er über die gesamte Lebensdauer ein halbes Dutzend Arbeitsplätze in den Bereichen Betrieb und Unterhalt, administrativer und technischer Service, Umgebungs- und Unterhaltsarbeiten, Besucherführung und Tourismus.

Wird der Windpark realisiert, können sich Bürger der Umgebung über eine finanzielle Beteiligung unternehmerisch am Betriebserfolg beteiligen. 

 

Sechs Lumnezier, ausgebildet während zwei Jahren vom Generalbauunternehmer im Werk in Norddeutschland, lernen Ihr Handwerk zum Bau einer Windenergieanlage von der Pike auf und sind anschliessend für die dreijährige Montage (drei Sommersaison) mitverantwortlich. Anschliessend bleiben Sie weitere zwei Jahre auf der Lohnliste des Generalbau-Unternehmens für den Vollservice vor Ort. Anschliessend werden diese von der Betreibergesellschaft übernommen und besorgen den gesamten Unterhalt. Anders als bei namhaften Lieferanten wird diese erste Alpen WEA komplett von den zuvor erwähnten ausgebildeten Lumnezier vor Ort gewartet und sowohl das Unterhaltsmaterial als auch die gängigen Ersatzteile werden auf dem Berg gelagert. 

 

Welche Wege und Strassen werden ausgebaut?

Die Zufahrtsstrasse bis Vella ist bereits gut ausgebaut und den Belastungen gewachsen. Von Vella bis auf die Alp Nova besteht bereits eine gute Alpstrasse, die nur punktuell in den Kurven ausgebaut und verstärkt werden muss. Die Schotterpisten ab der Alp Nova zu den Windanlagen und durch den Park durch, müssen neu mit lokalem Material (möglichst aus dem Aushub der Mastfundamente) erstellt werden. Die Kosten für Ausbau und Unterhalt trägt die Windparkgesellschaft. Die Bewirtschafter der Alpen entlang der Zufahrtsstrasse zum Windpark profitieren so von besser unterhaltenen und ausgebauten Strassen.

Stört ein Windpark den Tourismus?

Nein! Der Windpark auf dem Mont Crosin der Juvent AG in der Gemeinde St. Imier (BE) macht es vor: Dank gekonnter Einbettung in den regionalen Tourismus und professionellem Besucherzentrum mit Führungen wird dieser Windpark von rund 11'000 Besuchern / Jahr besucht. Auch der Windpark Um Su hat touristisches Potential – dank der eigens für diesen Gebirgsstandort konstruierten Alpen-WEA, ein Novum in Europa, wird das Interesse an Besichtigungen auch hier hoch sein und Touristen wie auch Fachleute anziehen. Wander- und Bike-Routen werden durch den Windpark nicht beeinflusst, der Piz Scharls bleibt für Schneeschuhgänger und Skitourenfahrer wie bis anhin zugänglich. Das Beispiel der Windkraftanlagen auf dem Gütsch neben dem Skigebiet in Andermatt, das kürzlich ausgebaut worden ist, zeigt, dass auch der Wintertourismus oder ein potenzieller Ausbau des Skigebietes Obersaxen Mundaun dadurch nicht beeinträchtigt wird.

Was passiert am Ende der Betriebszeit oder bei einem vorzeitigen Konkurs?

Der Windpark wird 20-25 Jahre in Betrieb sein. Danach entscheidet die Bevölkerung anhand eines neuen Genehmigungsverfahrens, ob eine neue Generation von Anlagen für weitere 20-25 Jahre installiert werden darf. Am Ende der Betriebszeit werden die Fundamente entfernt und die restlichen Teile der WEA dem Recycling zugeführt. Die Kosten für den Rückbau und die Renaturierung werden in Form z.B. einer Bankgarantie gegenüber der Gemeinde oder dem Kanton gesichert. Und zwar ab Baubeginn bis zum Betriebsende.  

Wie stark beeinträchtigt ein Windpark das Landschaftsbild?

Ein Windpark mit 195 Meter hohen Anlagen (Turmhöhe: 120 m, Flügellänge: 75 m) lässt sich nicht verstecken. Er wird gesehen, genauso wie andere von uns gebauten Infrastrukturen auch, die unsere Zivilisation ausmacht und unser Leben bequemer macht (Flughäfen, Autobahnen, Stauseen, Kehrrichtverwertungsanlagen, Bergbahnen, Hochhäuser etc.). Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte - darum schauen Sie Fotos von bestehenden Windparks im Schweizer Alpenraum an, oder noch besser, besuchen Sie diese vor Ort:

         z.B. Windpark Gries beim Nufenenpass (VS) oder Windpark Gütsch oberhalb Andermatt (UR).

 

Wie reagieren Tiere auf Windenergieanlagen?

Gut! Denn sie sind intelligent und anpassungsfähig. Wild z.B. reagiert zunächst scheu auf die bewegten Rotorblätter, erkennt aber schnell, dass von der gleichmässigen und örtlich gebundenen Bewegung keine Gefahr ausgeht. Gleiches gilt übrigens auch für den Homo sapiens.  

Untersuchungen bei der Anlage in Chur-Haldenstein zeigen, dass Vögel mit Windenergieanlagen gut leben können und Brutvögel in der Umgebung nicht vertrieben werden. Mögliche Auswirkungen auf Menschen, Tier und Natur müssen zwingend anhand einer sehr umfangreichen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) dargelegt und allenfalls Minderungsmassnahmen aufgezeigt werden.  

 

Was ist speziell an den geplanten Windkraftanlagen?

In dreijähriger Arbeit wurde eine neuartige Windenergieanlage speziell für diesen hoch gelegenen Standort im Berggebiet mit knappen Platzverhältnissen entwickelt: Die erste Alpen-WEA entstand! Damit wird weit weniger Fläche als bei herkömmlichen Anlagen in Anspruch genommen.  Der Gittermastturm (anstelle Stahlrohrturm) kann in kleinere Teile zerlegt und so auf Standardlastwagen auf den Berg transportiert werden. Anzahl und Grösse der Transporte, und dies gilt nicht nur für den Mast, wird an die lokalen Strassenverhältnisse angepasst. Auch die WEA selbst wird erst auf dem Berg montiert, womit weit weniger Spezialtransporte notwendig werden.

Wer steht hinter dem Windpark?

Der von der Gemeinde favorisierte Projektant ist Guido Schönenberger mit seiner Parc da vent. Er ist alleiniger KEV-Eigentümer und hat in den letzten drei Jahren die Weiterentwicklung bis zu diesem nun durch eine Offerte eines GU unterlegten Angebots samt Finanzierung vorangetrieben.  

Wie geht’s weiter bei einem JA?

Bei einem JA wird der Richtplaneintrag in Angriff genommen, der Baurechtsvertrag mit der Gemeinde initiiert, die beste Ableitung des Stroms geprüft und der UVB (Umweltverträglichkeitsbericht) komplettiert und der UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) zugeführt. Bevor der Windpark gebaut werden darf, bedarf es einer weiteren Abstimmung über die Zonenplanänderung. D.h., auch wenn Sie bei dieser Abstimmung am 24. November 2019 JA sagen, kann das Stimmvolk über das baureife Projekt nochmals befinden.

 

Und bei einem NEIN?

Bei einem NEIN wird die über neun Jahre andauernde Planung nicht weiterverfolgt. Langjährige Engagements vieler Beteiligter und mehr als CHF 4.5 Mio. Planungskosten werden auf einen Schlag zunichte gemacht, ohne die Chancen, die ein solches Projekt für eine Berg-Region bietet, in allen Facetten abgeklärt und ausgeschöpft zu haben.  

Perspektive Graubünden und Schweiz: Der Lugnezer Beitrag zur Stromproduktion aus Windenergie

Das Schweizer Stimmvolk hat im Mai 2017 beschlossen, auf den Bau neuer Kernkraftwerke zu verzichten und vermehrt erneuerbare Energien zu nutzen. Besonders im Winterhalbjahr wird Strom aus Windenergie sehr wichtig, wenn viel Strom verbraucht wird und Wasser- und Solarkraftwerke weniger produzieren. 

Gemäss dem nationalen Windkonzept soll der Kanton Graubünden in den nächsten 30 Jahren seine Windenergieproduktion von heute ca. 5 GWh auf 260 – 640 GWh ausbauen. Im Kanton gibt es aber vergleichbar nur wenige Standorte, die genügend Wind und Platz für Grosswindanlagen bieten. Der Standort Um Su erfüllt beides – die Gemeinde trägt damit auch eine gewisse Mitverantwortung für die Erfüllung der kantonalen Ziele.

 

Klimaschutz ist «konservativ». Denn «Lassen wir doch alles so wie es ist» wird dazu führen, dass sich alles ändert. Fragen Sie Landwirte, Forstwarte oder Bergführer.

 

Gerne stehe ich für weitere Informationen vor Ort ab 1. November bereit, auf Ihre Fragen bezüglich Chancen und Risiken Red und Antwort zu stehen. Die Daten und Orte dazu finden Sie auf der Homepage www.parcdavent.ch, finden aber sicher immer in Ihrer Umgebung statt.