Mit 18 grossen Windenergieanlagen ...

Mit 18 grossen Windenergieanlagen ...

... könnten bis 75 GWh netto pro Jahr produziert werden

Kennzahlen Projekt

Standort

Gemeinde Lumnezia

Leistung

18 WEA 

Produktion

ca. 75 GWh pro Jahr

Versorgung

ca. 20‘000 Haushalte (Durchschnitt Schweiz)

Projektstand Parc da vent in Lumnezia, November 2019

Mit 18 grosse Windenergieanlagen mit einer Jahresleistung rund 75 GWh

Könnten in Lumnezia ein halbes Dutzend Arbeitsstellen während 25 Jahren geschaffen werden. Und sollte es zu einer Erneuerung des Parkes kommen, verlängert sich dies um weitere 25 Jahre, ist doch die Infrastruktur für einige "Repowering" geschaffen.

Dazu kommt erstmals für einen Schweizerischen Windpark ein Auftragsvolumen von rund 45 Mio. aus deren Umgebung. In aller Regel geht der grösste Anteil vom Umsatz für einen Windpark ins Ausland.

Die Luft ist zwar dünner auf solchen Höhen, dafür aber ist der Abstand zu bewohntem Gebiet entsprechend grösser, was die Problematik von Schattenwurf oder Lärm auf ein absolutes Minimum reduziert.

Die Distanz zu bewohnten Gebieten ist Minimum 3’000m. Die Windenergieanlagen sind dort auch bei hohen Windgeschwindigkeiten nicht hörbar. Aufgrund des teilweisen plateauähnlichen Gebiets werden den umliegenden Dörfern nur wenige Windenergieanlagen sehen.

Trotz der Höhe des geplanten Windparks ist das Gebiet gut erschliessbar. Bis auf die Alp Nova auf 2077 m.ü.M. besteht bereits eine lastwagentaugliche Strasse, die vor allem in den engen Kurven ausgebaut werden muss. Idealerweise wird die Gemeinde als Bauherrin die Strasse den Bedürfnissen anpassen wie auch den Unterhalt derselben, was die Windpark-Betreibergesellschaft finanzielle natürlich übernehmen wird. So erhalten die Anstösser eine neue komfortable Strasse.

Die Schotterpiste innerhalb des Parkgebietes muss neu erstellt werden und wird mit dem Aushub für die vier Betonsockel pro Windenergieanlage gebaut.

Der Energieabtransport erfolgt parallel zum Windpark und entlang der neuen Strasse bis zur Abzweigung, wo noch ein entscheid ansteht, ob die weitere Ableitung entlang Tschar gebaut werden kann oder direkt unterirdisch nach Tavanasa erfolgt.

Die Parc da vent beabsichtigt eine Etappierung der Bauausführung über 4 Jahre: Erschliessungsstrasse, Einspeiseleitung, Fundamente und anschliessender Montage von 6 Windenergie-Anlagen pro Jahr je nach Wetterbedingungen. Das einheimische Baugewerbe wird nebst dem Bau der Infrastruktur noch mehr zum Einsatz kommen, als dass die Türme komplett und die Windenergieanlage zu einem grossen Teil auf dem Berg montiert werden wird.

 

Windmessungen

Seit November 2010 waren die Windmessungen im Parkgebiet im Gange. Diese wohl umfangreichste Windmesskampagne in der Schweiz dauerte bis 2014 und umfassten Messmasten auf Staviala Vedra, Grenerberg, Scharls und Cavel (80m, 60m, 10m mobil), Lidargerät auf dem Scharls und Sodargerät auf der Alp Nova.

Die Resultate wurden im Langzeitvergleich abgeglichen mit dem Windpark Andermatt Gütsch und unter Einbezug von geostrophischen Winddaten.

Zwei akkreditierte unabhängige Gutachter (Meteotest CH, Bern und GEO-NET Umweltconsulting, Hannover) waren mit dieser sehr aufwändigen Aufgabe betraut. Die geringe Abweichung der Prognosen zeigt die hohe Qualität der verfügbaren und berücksichtigten Datenbasis sowie der verwendeten unterschiedlichen Berechnungsmodelle.

Zusammenfassend: Der "Parc da Vent" kann unter Berücksichtigung der neuen Windenergieanlagen für Schwachwind mit entsprechend grossem Rotordurchmesser  und der konzentrierten verdichteten Bauweise (95 % des Windes SW/N) wirtschaftlich betrieben werden, selbst mit einer Ableitung mit 110'000 Volt ins Unterwerk Tavanasa! Der Projektperimeter ist ideal zur Nutzung der Windenergie und wird mit der neuesten Technologie für Schwachwinde mit Böen optimal genutzt.  

 

Logistik
Die neuesten Gutachten haben ergeben, dass der Transport mit längeren Rotoren dank neuer Transporttechnologie möglich ist. Dank dem neuartigen Turm mit vier Füssen wird kein Aushub mehr für ein Tellerfundament benötigt. Der Turm wird mit normalen Lastwagen auf den Berg transportiert und dort vor Ort montiert. Ebenso wird die Windenergieanlage mit normalen Lastwagen in Einzelkomponenten Transportiert und auf dem Berg in einer dafür gedachten Montagehalle montiert und erst oben auf einem Kesselwagen zur Einsatzstelle gebracht. Damit reduziert sich die besonderen Anforderungen an die Strasse auf den Kran und die Rotoren, welche mit Spezial-Transportvorrichtungen gebracht werden, welche die vielen Räder bis zu 90° drehen können.  Mit diesen Massnahmen kann der ökologische Fussabdruck durch das Abschleifen des Berges auf eine gerade Fläche zum Aufbau eines Fundamentes verzichtet werden, und auch der Transport von langen schweren Rohren für den Stahlrohrturm entfällt, werden diese doch auf 12 Meter Länge konzipiert.

 

Baurechtsverträge

Am 19. Juni 2012 hat die Gemeindeverwaltung Castrisch dem Baurechtsvertrag für den  parc da vent mit grosser Mehrheit zugestimmt. Nach der Fusion mit der Grossgemeinde Ilanz 2014 laufen nun die Information-Gespräche direkt mit dieser weiter.

Die andere Hälfte des Perimeters ist im Besitz der Gemeinde Lumbrein, welche nun am 24. November 2019 über den Windpark abstimmen wird.

Die Gemeindebehörden der beiden Standortgemeinden, sowie die Regiun Surselva wurden in letzter Zeit nicht mehr so häufig über den Stand des Parc da vent informiert, was man in Zukunft sicher besser machen kann. Viele strategische Entscheide bezüglich der Windenergieanlage und den Turmvarianten auch bezüglich deren Logistik auf den Berg mussten erarbeitet werden, was im Gegensatz zur früheren Kommunikationskonzept mit viel Versprechungen keinen Sinn ergaben.

Die Verhandlung über die Baurechts- Abgeltung wird wieder aufgenommen, sobald eine positives Abstimmungsresultat vorliegt. Ebenso werden dann die Verhandlungen mit AXPO-Hydro wieder aufgenommen um bezüglich der Stromableitung inklusive mit den einzelnen weiteren Eigentümern seitens Obersaxen die Durchleitungsverträge zu erarbeiten.

Danach geht es weiter mit der Vollendung des im Herbst 2016 begonnen Umweltverträglichkeitsberichtes. Dieser wird anschliessend den einspracheberechtigten Verbänden vorgelegt und anschliessend dem Kanton zur Umweltverträglichkeitsprüfung übergeben.      

 

KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung)

Der Investor der Parc da vent, Guido Schönenberger ist im Besitz aller notwendigen KEV-Bewilligungen als Voraussetzungen für die kostendeckende Einspeisevergütung gemäss Art.7a EnG für sämtliche angemeldeten und geplanten Windenergieanlagen infolge der gesprochenen Verlängerung durch Pronovo.  

 
Vorarbeiten

Bereits im Vorprojekt wurden BLN Gebiete, kantonale Schutzgebiete, Flachmoore von nationaler und kantonaler Bedeutung ausgeschieden. Dies geschah auf Anregung der am „Runden Tisch“ beteiligten Umweltverbände.

 

Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)

Das Pflichtenheft zum Umweltverträglichkeitsbericht für das Nutzungsplanverfahren "Parc da Vent in Lumnezia" wurde am 16. Oktober 2013 genehmigt.

Mittels den Ende 2016 in Auftrag gegebenen UVB wurde festgestellt, ob das Projekt auch die Vorschriften über den Schutz der Umwelt entsprechen kann. Das positive Ergebnis grundsätzlicher Vorprüfungen wie Geologie, BAZL etc.  war die Grundlage für den Entscheid über das Fortführen dieses Vorhaben. Der UVB erforscht nicht nur die Umweltauswirkungen für den Bau, sondern auch während der gesamten Laufzeit.

Die Firma CSD Ingenieure AG Thusis und die Firma Cavigelli Ingenieure AG aus Ilanz erledigen diese Aufgaben und betreuen diesen Aufgabenbereich. So zum Beispiel hat der Umweltverträglichkeitsarbeit Mitte 2017 aufgezeigt, dass das Vorhaben mit Standard WEA nicht realisierbar ist. Der Teller-Fundament-Bau auf dem Berg (mit Rückbau) und der Stahlrohrturm-Transport auf den Berg verschlang zu viel Geld und hinterliess einen zu grossen ökologischen Fussabdruck. Eine neue Lösung musste gefunden werden und wurde mit der ersten Schweizer Alpen Windenergieanlage definiert.

Da es sich bei dieser ersten Alpen Windenergieanlage «made in Switzerland» zumindest für den Turm und auch der Zusammenbau der Windenergieanlage selbst auf dem Berg in einer extra dazu hergerichteten Montagehalle (später für den Unterhalt) um eine Neuheit handelt, war die Finanzierung nicht einfach.

Dies ist uns aber gelungen in Zusammenarbeit mit dem Generalbau-Unternehmer Förde Wind Werke und deren Bank. Dies gibt der Betreibergesellschaft die zusätzliche Sicherheit eines rentablen Betriebes über die gesamte Laufzeit.

 

Unterhalt

Der Unterhalt wird von Lumneziern vor Ort bewältigt, welche zuerst für zwei Jahre im werk ausgebildet werden um dann die Monateleitung auf dem Berg zu übernehmen. Anschliessend folgen die zwei Jahre Vollgarantie auf Kosten des GU und anschliessend wird ein ortsansässiger Betrieb gesucht, welcher diese ausgebildeten WEA-Techniker auf Kosten der Betreibergesellschaft übernehmen.